12. ICH – sinn

12 ICH-SINN – WIDDER
entgrenzung des anderen

mit dem ICH sinn meint rudolf steiner nicht dass man zu sich selbst ICH sagen kann.. sondern dass man merkt dass ein anderer ein ICH ist.. dass ein anderer mensch mit dem man spricht.. mit dem man umgeht.. ein individuum ist..

daher ist es sehr wichtig wahrzunehmen wer etwas sagt.. ob es wirklich von ihm selbst stammt.. seine überzeugung ist..
denn in dem falle kann sogar eine wahrheit die schon seit ewigkeiten besteht neu für uns werden..

eine nicht selbstentdeckte wahrheit.. eine nachgeplapperte wahrheit kann nie als wahrheit wirken.. nie eine inspirierende kraft haben..

darum müssen wir lernen in uns ein gespür zu entwickeln für dieses wahrnehmungs-organ.. dieses sinnesorgan mit dem wir die individualität eines andern wahrnehmen..
dann können wir lernen sie zu unterscheiden..

was wir mit dem ICHsinn erfahren können ist das rätsel wer hinter den worten.. hinter einer idee steht..

wir werden die erfahrung machen dass tatsächlich jeder mensch einen bestimmten auftrag im leben hat und dass jeder eine sprache benutzen muss und ideen haben um diesen auftrag ‚auszuführen‘..
aber das wir gleichsam durchstossen müssen zu dem ICH desjenigen von dem das alles ausgeht.. um dahinterzukommen ob wir uns davon leiten lassen dürfen oder ob man dabei ist uns zu verleiten.. dafür brauchen wir den ICHsinn..

und dieser ICHsinn ist bei jedem vorhanden.. auch wenn fortwährend attacken auf ihn ausgeübt werden..

wir begegnen einander unmittelbar von ICH zu ICH..!

eigentlich merken wir es besonders stark bei streit oder bei meinungsverschiedenheiten dass der andere ein ICH hat..
solange wir uns einig sind.. können wir uns noch hauptsächlich mit uns selbst.. mit unseren eigenen ideen beschäftigen.. aber sobald wir streit bekommen begegnen wir im anderen ganz sicher einem ICH..

wir können nur erzürnt oder beleidigt werden von einem anderen ICH.. und das ist das lehrreiche.. dass wir mit negativen erst richtig merken dass es sie wirklich gibt..!
und so wie es schöne und hässliche farben gibt können wir auch hier ein dämonisches element erleben wenn der sprecher nicht hinter seinen worten steht.. wenn er ein verräter der sache ist..

dafür müssen wir ein viel grösseres opfer bringen als beim gedankensinn.. jetzt müssen wir zuerst den gegenüberliegenden sinn.. den tastsinn in uns selbst benutzen..
wir geraten durch den tastsinn nicht in die welt.. sondern der welt gegenüber.. wir um-mauern uns selbst..

weil unser ICH durch den tastsinn an unsere leiblichkeit gebunden scheint müssen wir gerade diese eigene ICHgebundenheit loslassen.. sie nicht mehr beachten.. um so dem ICH eines andern zu begegnen..

kleine kinder begegnen unmittelbar durch die augen dem ICH anderer menschen.. dem der mutter schon beim ersten unvergesslichen lächeln und dem anderer menschen aus ihrer umgebung..
aber wir müssen diese fähigkeit gut beibehalten und ihr weiterhin nahrung geben.. und darum ist das tasten so wichtig..

alles was ein kind tastend erfährt legt die grundlage für den ICHsinn.. es ist ein grosser unterschied ob ein kind mit plastikspielzeug spielt oder mit lebendigen materialien wie holz umgeht..

und das wird auch das letzte sein was wir begreifen: die materie.. unser mutterboden..

und gerade das materielle ist von gewaltiger bedeutung für ein kind..
nur wenn seine erzieher darauf geachtet haben kann ein kind später wenn es erwachsen geworden ist.. wenn es als selbständiges individuum in der welt steht.. um seinen mitmenschen zu begegnen.. durch die ideen hindurchstossen und zum wesen anderer gelangen..

und diese begegnungen.. dieses hindurchstossen zum wesen der anderen.. können wir haben.. wenn der tastsinn der zuerst gut entwickelt wurde.. ausgewischt wird..

dadurch dass wir dann nicht mehr nach innen gerichtet sind stossen wir gleichsam durch den andern hindurch..

wenn wir das ICH des andern wahrnehmen.. sehen wir nicht mehr seine leiblichkeit..
das braucht nicht nur auf dem weg übers gehör zu gehen..
wir können das oft auch unmittelbar im blick des anderen oder in seinen gebärden sehen..

rudolf steiner beschreibt es so:
„stehen sie einem menschen gegenüber dann verläuft das folgendermassen:
sie nehmen den menschen wahr eine kurze zeit; da macht er auf sie einen eindruck..
dieser eindruck stört sie im inneren: sie fühlen dass der mensch der eigentlich ein gleiches wesen ist wie sie.. auf sie einen eindruck macht wie eine attacke..
die folge davon ist dass sie sich innerlich wehren..
dass sie sich dieser attacke widersetzen..
dass sie gegen ihn innerlich aggressiv werden..
sie erlahmen im aggressiven.. das aggressive hört wieder auf; daher kann er nun auf sie wieder einen neuen eindruck machen.. dadurch haben sie zeit ihre aggressivkraft wieder zu erhöhen und sie führen nun wieder eine aggression aus..
sie erlahmen darin wieder..
der andere macht wiederum einen eindruck auf sie..
und so weiter..
das ist das verhältnis das besteht wenn ein mensch dem anderen das ICH wahrnehmend gegenübersteht: hingabe an den menschen – innerliches wehren; hingabe an den anderen – innerliches wehren; sympathie – antipathie; sympathie – antipathie“

sie merken den grossen unterschied zum tastsinn: wir können nicht mit innerer abwehr tasten..

das gespräch.. der umgang mit anderen muss immer ein positiver innerer kampf mit dem anderen bleiben..
dafür ist stets unsere völlige geistige wachheit wichtig die wir körperlich erlangt haben.. indem wir zuerst den tastsinn gut entwickelt und ihn im anschluss daran wieder ausgewischt haben..

mit dem tastsinn sondern wir uns von dem allumfassend göttlichen ab.. mit dem ICHsinn erleben wir im anderen einen schimmer des göttlichen kerns..
des unvergänglich-unsterblichen..
nicht mann oder frau.. nicht jung oder alt.. nicht klug oder dumm.. nicht schön oder hässlich.. nicht diesem oder jenem glauben angheörig.. nicht diesem oder jenem volk angehörig..

1. fehler
wir lassen uns dauernd verführen durch prächtige schlagzeilen.. werbeslogans..
2. fehler
wir versuchen dauernd unsere meinung oder überzeugung durchzusetzen

beides sind unerlaubte anschäge auf das ICH..

WIDDER
das sternbild des widders gibt uns ein bild des gewaltigen kampfes den wir einander liefern ohne uns gegenseitig aus den augen zu lassen.. dieses kampfes in welchem wir fortwährend mit dem andern konfrontiert werden.. in welchem wir den andern in uns aufnehmen und ihn wieder zurückstossen um dadurch innerlich raum zu schaffen.. um uns selbst wieder zu stärken.. um aufs neue gegen den andern anzugehen..

denn so muss es in einem gespräch ablaufen:
in einem gespräch können wir nie in trance geraten.. uns nie verlieren.. das wäre nicht gut..

anderseits dürfen wir nie jemanden mit gewalt überzeugen.. denn so wie unser eigenes ICH frei bleiben muss.. müssen wir auch dss ICH anderer frei lassen..

URTEILEN
wir sind oft überzeugt recht zu haben das wir die meinung anderer gar nicht berücksichtigen.. den andern nicht selbst urteilen lassen..

ein urteil entsteht da wo menschen sich begegnen..
man schläft noch einmal darüber.. – oder man hat im gegenteil gerade eine schlaflose nacht.. – und am nächsten tag sieht man es auf einmal anders..

dann haben wir unsere meinung verändert.. und das ist urgesund..

sie fühlen aber dass es auch passieren kann dass wir uns jedes mal wieder völlig von anderen menschen.. von einem anderen ICH blenden lassen und das ist die andere seite.. und für die ist das widderprinzip nötig..

wir müssen die mauer durchbrechen aber dann müssen wir uns wieder zurückziehen und die anderen müssen wieder in uns ihren platz finden können..
und das ist das widderprinzip schlechthin..

unsere sinnesorgane sind fähigkeiten unseres wesens..
sie schauen plötzlich mit den ohren.. genauso schauen sie mit der zunge wenn sie untersuchen ob zu viel oder zu wenig salz in einem gericht ist.. und sie schauen mit dem wärmesinn ob etwas heiss oder kalt ist..

wir wollen auch mit unseren augen hören wie harmonisch das ganze ist.. und das tun wir täglich..
sobald wir in die welt der schönheit kommen.. können wir nicht nur mit unserem auge wahrnehmen.. können wir nicht bloss ein sinnesorgan benutzen..
sondern haben ein spirituelles organ nötig..

der säemann von vincenth van gogh..
halb erde.. halb himmel..
auf der genze von erde und atmosphäre steht die sonne..
diese sonne scheint gleichsam druch das hauptndes säers..
das ist doch eine grandiose komposition..
dahinter steht doch eine bewegende idee.. die idee dass der mensch nur auf der erde säen kann wenn er mit der sonne verbunden ist..
vielleicht verstehen sie jetzt was ich meine.. dass durch das auge hindurch auch die höheren sinnesorgane tätig sind..

wir können es überhaupt nicht fassen wie viele knallereien.. schocks.. zermahlungen.. missbildungen.. zügellose erfindungen von maschinen.. robotern.. superhelden.. ungeheuern.. in einem wahnsinnigen tempo auf eine kinderseele abgefeuert werden..

weiss denn niemand mehr dass ein gesundes kind gerade an wenigem genug hat und dass es das wenige immer wieder aufs neue erleben will..?
stellen sie sich einmal vor dass wir nie dasselbe essen würden..! es wäre sehr wichtig wenn wir wirklich sinnesorgane als lehrmeister nehmen würden und das eine sinnesorgan in dem andern zu würdigen wüssten..!

THEMEN ZUR WEITEREN BESCHÄFTIGUNG
– mut und lebenssinn..
– mut und wärmesinn..
– zusammenspiel von sehsinn und geschmacksinn..
– zusammenspiel von tastsinn und auge..
– polarität zwischen zartheit beim tastsinn und dem kämpferischen beim ICHsinn..
– vergleichende studien über die ohrmuschel bei mensch und tier (fledermaus & eule)..
– ICHerfahrung beim gleichgewichts- wärme- und ICHsinn..
– vergleich zwischen auge und sehen einerseits und weit ausgestreckten – unsichtbaren armen anderseits (das auge selbst ist dabei wie das oberarm-schultergelenk)..
– vergleich zwischen den gehörknöchelchen und den beinen: zusammengeschrumpfte und gebrochene beine)..
– steigbügel: stückchen vom hüftbein.. verwachsen mit oberschenkelbeinhälfte..
– amboss: halber oberschenkel und halber unterschenkel.. gebogen und zusammen gewachsen..
– hammer: halber unterschenkel.. verwachsen mit dem fuss auf dem trommelfell (schwimmfuss)..
– für diejenigen die die geheimwissenschaft rudolf steiners kennen:
zusammenhang der planetarischen erdenphasen mit dem sinnesprozessen:
– saturn – löwe – wärmesinn
– sonne – skorpion – lebenssinn
– mond – wassermann – riechsinn (instinktsinn)
– erde – stier – denksinn (opfersinn)

11. gedankensinn

11 GEDANKENSINN – STIER
wahrheit/unwahrheit im geist des anderen

mit dem gedankensinn hat rudolf steiner darauf hinweisen wollen dass es noch etwas anderes gibt als eine sprache zu hören..
und das ist: verstehen.. begreifen was gesagt wird..
erst wenn wir eine sprache beherrschen wird sie transparent für uns..

wir können durch sie hindurchsehen.. wir können dem was gesagt wird folgen.. es ist phantastisch das zu erleben..
wir merken dann sofort dass jetzt eine ganz andere seite der wahrnehmung in uns hineinströmt..

wir können eine begriff nicht in worte fassen..!
sie müssen einmal versuchen zu erklären was nun eigentlich ein begriff.. eine vorstellung ist.. das können sie gar nicht in worten ausdrücken..
worte weisen nur darauf hin dass es begriffe gibt..

das interessante ist dass wir nie genau sagen können was wir meinen..
und warum nicht..?
wir haben eine idee von etwas..
und wo lebt diese idee..? lebt die in der sprache..?
nein.. die liegt höher als die sprache..

das problem ist nur dass sie eine sprache brauchen wenn sie jemandem anderen diese idee vermitteln wollen..

sie kennen sicher alle auch das problem dass sie etwas sagen wollen.. dass sie etwas ganz klar vor sich sehen.. dass sie die idee sehr gut ergreifen kömnen aber dass sie nicht wissen welche worte sie dafür gebrauchen sollen.. dann spüren sie dass es hinter den worten noch etwas gibt.. das nicht in worte zu fassen ist.. das nicht mehr aussprechbar ist..
und wenn sie es dann doch aussprechen geraten sie in eine art babylonischer sprachverwirrung.. sie haben sich für eine bestimmte sprache entscheiden müssen wöhrend doch die idee sprachlos ist..

aber was ist die idee ‚tisch‘..?
die lebt in einer vollkommen stillen welt.. die ideen leben in einer schweigenden welt.. und das ist das grandiose:
denn sie müssen damit rechnen dass niemand jemals genau das ausdrücken kann was er will..

sie verstehen den andern erst dann wenn sie auch das wegwischen was er sagt.. sie müssen die sprache wegwischen und dann kommen sie nicht zu ‚tisch‘ sondern zu der oberhalb aller sprachen verborgenen idee..

ich habe ihnen gesagt dass es die engelwesen sind die in diesem sozialen sinnesorgan in ihnen tätig sind.. dann aber muss ihnen geholfen werden von wesen einer höheren hierarchie.. von erzengeln.. um das musikalische in der sprache wegzuwichen sodass die hören können dass etwas eine sprache ist..

und sie können noch weiter gehen.. es gibt einen ganz bestimmten augenblick.. da verstehen sie eine sprache indem sie diese sprache wiederum wegwischen.. indem diese sprache für sie transparent wird.. sodass sie zu der ideenwelt hinter der sprache aufsteigen können..

sie gelangen dann indem sie die sprache auswischen unmittelbar in die vorstellung des anderen hinein..

nun ist es so dass der vorstellungssinn dem lebenssinn gegenübersteht..
dem sinnesorgan mit dem sie ihre befindlichkeit fühlen..

sie nehmen ihren eigenen lebensleib.. ihre eigene konstitution wahr..
mit der ideenwelt aber betreten sie ein völlig anderes gebiet..
sie verstehen dass die idee nichts mit ihrer befindlichkeit zu tun hat.. sondern im gegenteil:
wenn der andere mensch etwas von seiner ideenwelt ausspricht dann hängt es nicht von ihrer laune ab ob dies wahr ist oder nicht..

um bis zur völlig schweigenden ideenwelt des anderen vorzudringen müssen sie auf ihren lebenssinn verzichten..!

dazu müssen sie ihren lebenssinn allerdings erst einmal verflixt gut entwickelt haben.. denn sie können erst dann etwas opfern wenn es etwas zu opfern gibt..

was haben wir eigentlich mit unserem lebenssinn gelernt..?
die ‚mühen des lebens’…!

es ist ausserdordentlich wichtig dass der lebenssinn während der kindheit und jugend gut geübt wird.. wenn wir kinder nur immer verwöhnen sodass sie nie schmerz haben.. fehlt ihnen später das gefühl für wahrheit..
es ist ganz typisch für eine kultur des verwöhnens dass dort das wahrheitsgefühl fehlt..

wir müssen uns abquälen um zur wahrheit zu kommen.. und dafür ist geisteskampf nötig..

aber wenn sie fragen wo wahrheit in der menschlichen seele entsteht.. dann ist es immer da wo viel leid ertragen worden ist..
rudolf steiner nennt weisheit = kristallierten schmerz..

darum ist es so wichtig dass wir ein kind auch mühevolle dinge tun lassen..
auch das gegenteil ist nötig:
mühe aufzuwenden um etwas zu unterlassen..!

es ist gut dass das kind einmal auf das essen warten muss.. dass es nicht unbedingt alles bekommt was es haben will.. dass es einmal dinge tun muss die nicht so erfreulich sind..

und dass es auch auf fragen nicht immer unmittelbar eine antwort bekommt..
geduld haben.. warten lernen.. selber mal um etwas ringen müssen – das schafft erst den fruchtbaren boden für den geist..

erst wenn wir durch unseren lebenssinn gelernt haben körperlich schmerzen zu haben.. können wir dieses gefühl.. diese erfahrung auswischen und dann können wir schmerz empfinden wenn ein anderer nicht die wahrheit sagt..

in welcher welt befinden wir uns eigentlich wenn wir über die ideenwelt sprechen.. über die welt in der alles äusserlich hörbare ausgewischt ist.. wo worte nicht mehr existieren.. wo sprachen unwichtig geworden sind.. wo nur die begriffe leben..?
das muss eine welt sein in der auch die sprachgeister nicht mehr wichtig sind..

und so.. wie die engel uns dabei helfen den klang wahrzunehmen wie die erzengel uns dabei helfen eine sprache wahrzunehmen.. haben wir es mit dem allgemeinen menschengeist zu tun.. hier haben wir es unmittelbar mit dem christuswesen zu tun..

dort wor die welt in der ideenwelt völlig zum schweigen kommt sind wir durch das allgemein menschliche miteinander verbunden.. dort finden wir etwas in uns selbst das uns alle miteinander verbindet..

der gedankensinn arbeitet mit dem lebenssinn.. allerdings nur dadurch dass er ihn gerade nicht verwendet..

alles mühevolle erwerben der dinge in der jugendzeit wird eine opferkraft bewirken die sich im lebenssinn so weit zu entwickeln vermag dass der mensch dem wesen das uns alle miteinander verbinden will nach und nach begegnen kann wenn menschen einander wirklich zuhören..

die menschen wollen miteinander reden.. diskutieren.. um zu der uns alle verbindenden wahrheit zu gelangen.. und die wahrheit ist die makrokosmische konstitution die der schöpfung zugrunde liegt.. (moralische verantwortung)

STIER
das wunderbare am stier.. oder am rind ganz allgemein ist: alles an ihm ist brauchbar..
sein fleisch.. seine haut.. seine haare.. seine hörner..
von der milch bis zum mist..

das kommt selbst in dem namen buddha zum ausdruck.. gotams oder gautama buddha bedeutet wörtlich: „der kuheste erwache!“

der stier oder die kuh ist das opfertier schlechthin..
das finden wir im tierkreiszeichen als entsprechung zum gedankensinn.. hier haben wir es mit dem sinnesorgan zu tun das gleichsam alles opfert was im menschen vorhanden ist..

das uns dazu bringt uns gerade selbst beiseitezulassen um zu erfahren was ein anderer sagt.. was ein anderer meint..

dieser opferprozess zu dem das bild des stieres gehört ist in unserem gedankenwahrnehmungssinn tätig.. und dadurch ist dies das uns alle verbindende element geworden..

10. wortsinn

10 WORTSINN – ZWILLING
tätigsein/sich äussern des geistes des anderen

den sprachsinn.. den gedankensinn und den ICHsinn.. diese drei sinnesorgane sind nun wirklich von rudolf steiner entdeckt worden..

wortsinn oder sprachsinn bedeutet dass wir eine sprache hören.. dass wir merken dass jemand eine sprache spricht..
unmittelbar ist deutlich: es ist also der kommuniziersinn.. der kontaktsinn..

durch rudolf steiner wissen wir dass es etwas völlig anderes ist ob wir auf musik lauschen oder ob wir eine sprache hören..
das hören von musik also von tönen.. vom musikalischen element.. ist grundsätzlich anders als das hören einer sprache..

wenn sie sich vor ein radio setzen.. hören sie sofort das eine ist musik und das andere ist sprache..
wo liegt denn der unterschied..?
das ist eine schwierige frage..

was geschieht in ihrer seele wenn sie musik hören.. und was geschieht wenn sie eine sprache hören..?
man kann ‚a‘ als selbstlaut sagen und ‚a‘ singen.. der unterschied ist sofort deutlich..

was ist eine sprache..?
jede sprache hat etwas musikalisches aber das ist keine musik.. das musikalische element steht nicht im vordergrund..
es verbirgt sich ein viel tieferes geheimnis hinter der sprache..

wir können sehr wohl musik komponieren.. aber eine sprache.. eine lebende sprache..?
das geht nicht..

man kann wirklich nicht sagen dass musikalische menschen fliessend fremdsprachen lernen.. musikalische menschen haben dagegen oft viel gefühl für das mathematische..
’sprachgenies‘ und ‚musikgenies‘ sind sehr unterschiedliche genies..

wenn ich eine sprache wirklich hören will muss ich zuerst gerade die musik darin beseitedrücken.. auswischen.. ich darf nicht auf das musikalische achten..

wenn sie das musikalische in einer sprache hören wollen.. dann hören sie nicht mehr was gesagt wird.. sondern wie es gesagt wird..

beim gewöhnlichen hinhören auf eine sprache nehmen wir das musikalische zwar mit auf.. jedoch nicht bewusst.. wir wischen es aus weil wir einer sprache als sprache begegnen: sprache ist sprache..

die weisheit der sprache ist eine welt für sich.. die mit dem musikalischen element nicht gleichzusetzen ist..
was ist nun diese welt wenn wir das musikalische fortgewischt haben..?

sie können mit den elementen der sprache etwas tun was sie mit tönen niemals tun können..
die musik ist in der weise festgelegt dass jeder ton an seinem platz steht.. aber mit dem selbstlaut ‚a‘ kann ich etwas ganz seltsames anstellen.. da die tonhöhe des vokals nicht fest liegt kann ich ihn mit einer bassstimme sagen oder mit einer hohen piepsstimme.. ich kann sogar eine melodie auf den vokal ‚a‘ singen..

ich kann also auf jedes einzelne element der sprache singen.. auf die einzelnen elemente der musik aber nicht..

also ist in wirklichkeit der wert der sprachelemente.. der wert der einzelnen vokale und konsonanten.. mit dem wert der einzelnen musikinstrumente zu vergleichen..

in der srpache hören sie nichts anderes als eine reihe von musikinstrumenten nacheinander..

wenn sie dies verstanden haben dann erkennen sie dass die vokale und konsonanten gebilde einer höheren ordnung sind.. dass es kosmische instrumente sind..
hier haben sie eine melodie aus aufeinanderfolgenden instrumenten die eine sprache bilden..

welches sind die besten instrumentenum einen gedanken.. eine stimmung.. eine situation auszudrücken..?

ich geben ein besipiel:
der niederländer sagt für das wort schnecke ’slak‘.. im deutschen sagt man ’schnecke‘..
das L im wort ’slak‘ drückt viel besser das schleimschlüpfrige.. gleitende dieses tieres aus und ist also ein gut gewähltes instrument..

achten sie einmal auf den unterschied zwischen einem donnern.. fallendem gestein.. dem rausch eines baches und den lauten eines tieres wie beispielsweise dem brüllen eines löwen..
wir erleben sofort dass sich hier ein wesen ausdrückt..!

der sprachsinn fängt also schon bei den tierlauten an zu funktionieren; wir hören darin unmittelbar das innere dieses wesens..

dieser wortsinn.. oder sprachsinn.. wie rudolf steiner ihn nennt.. steht dem eigenbewegungssinn gegenüber..
der eigenbewegungssinn ist die fähigkeit mit der wir unsere eigene bewegung wahrnehmen.. erleben.. empfinden..

was tun wir eigentlich wenn wir unsere eigene bewegung erleben..?
es gibt zwei sorten von bewegungen: anpassungsbewegungen und emotionale bewegungen.. ausdrucksbewegungen..

alle bewegungen die sich einem intrument.. einem werkzeug anpassen.. sind anpassungsbewegungen..
zum beispiel zimmern.. hobeln.. sich anziehen.. auto fahren.. tee trinken.. sogar wenn ich auf etwas zeige..

emotionale bewegungen.. ausdrucksbewegungen verwende ich jedoch um mein eigenes gefühl auszudrücken..
es sind mimische gebärden.. zum beispiel des erstaunens.. schrecks.. der angst.. der freude..
für die mimik des gesichts ist die beweglichkeit der augenbrauen von grösster bedeutung.. die tiere haben keine augenbrauen..

KONSONANTEN
die konsonanten sind in gewisser weise mit werkzeugen zu vergleichen.. sie geben daher einer sprache auch die struktur..
die konsonannten sind das skelett der sprache.. sie bleiben in den verschiedenen sprachen mehr oder weniger gleich.. während die vokale in anderen sprachen völlig anders werden..
zum beispiel:
boom – baum.. hond – hund… sterk – stark..

VOKALE
die vokale sind daher auch unseren ausdrucksbewegungen zu vergleichen.. unseren emotionalen bewegungen.. unserem gefühl..

ich habe ihnen schon gesagt dass wir unsere sprache nicht selbst bilden.. es sind kosmische wesen die durch uns hindurch die sprache bilden: die erzengel..

erzengel haben nicht wie die engel die aufgabe sich mit der gestaltung der individuen zu befassen..
jeder mensch hat seinen engel.. aber nicht seinen eigenen erzengel..
erzengel gestalten menschengruppen.. sprachgruppen.. in denen wir uns heimisch fühlen.. in denen wir erzogen werden..

eine sprache ist formend..
wenn wir eine sprache mit viel konsonanten haben.. beispielsweise tschechisch.. dann hören wir sogar in der struktur sowohl dieser sprache als auch dieses volkes ein anderes wesen heraus als wenn wir eine sorache mit sehr vielen vokalen haben..

die gesamte strukturierung eines menschen reicht unglaublich tief und hat auch viel mit der sprache zu tun mit der wir aufwachsen..
indem wir uns auf diese art in einer sprache vertiefen.. können wir in der welt der erzengel gelangen.. denn die sind unsere sprachgeister.. oder volksgeister und sie stehen noch eine stufe höher als die engel..

sprache ist ein wunderbar organischer.. fliessender übergang von einem instrument zum nächsten.. und diese instrumente sind die gefühle und die schaffenden elemente des sprachgeistes.. des erzengels.. der sich mit uns verbunden hat..

ZWILLING
warum der sprachsinn mit den zwillingen zusammenhängt..?
was tun sie wenn sie jemandem zuhören..?
dann bemühen sie sich auf dem wege über die sprache bis zu seinen ideen vorzudringen..
dann merken sie immer wieder in gesprächen dass sie als zuhörer so gut die ideen des anderen erfassen können.. dass es ihnen manchmal sogar besser als dem sprechenden gelingt die worte dafür zu finden..

wenn wir also jemandem zuhören dann erleben wir.. wie er darum ringt die unhörbare welt hörbar zu machen..
das ist ein schöpferischer vorgang..

wenn wir jemanden sprechen hören merken wir dass er in dieser art schöpferisch tätig ist um die höhere welt herunter zuholen.. die überzeitliche dauernde wahrheit in eine vergängliche sprache zu kleiden..

wie erstaunlich gut können das schon – oder gerade – kleine kinder..!

wir versuchen die für unsere irdischen ohren unhörbare himmlische sphärenharmonie.. das sind die schöpferischen kräfte.. mit hilfe der sprache auf die erde zu holen..
das bedeutet im eigentlichen sinne: handeln..

oft sehen sie das sternbild zwilling als zwei miteinander spielende kinder abgebildet.. das ist eigentlich die beste art dieses sternbild abzubilden..
denn es ist das tierkreiszeichen des schöpferisch tätigen menschen.. und alle kinder sind schöpferisch..

das himmlische muss auf die erde kommen..

auch beim erwachsenen kann nur das kind im menschen schöpferisch sein..

wirklich sprechen erfordert begleitende gebärdensprache..

9. gehörsinn

9 GEHÖRSINN – KREBS
aufsteigen zum geist der materie (schaffende macht)

mit dem gehör tauchen wir prinzipiell in eine andere welt ein..
wir selber sind eine geräuschquelle..

abgesehen vom rauschen der blätter im wind.. dem brausen eines wasserfalls.. dem prasseln von regentropfen.. dem gewitterdonner.. nicht zu vergessen den geräuschen welche die tiere hervorbringen.. gibt es grosse gebiete auf der erde in der stille herrscht..

wir suchen sogar die stille auf: unser zimmer.. den wald.. die freie natur..

natürlich können wir den gesang der vögel geniessen aber sie singen nicht immer..

was ist notwendig dazu um etwas zum klingen zu bringen..?
erwas muss hart sein.. ‚irdisch‘ sein.. um einen klang geben zu können wenn wir daran tippen..
doch das ist nicht die einzige voraussetzung..

wir müssen etwas sehr hartes.. etwas irdisches haben das nicht mehr mit der erde verbunden ist.. damit es klang produzieren kann..
nur das irdische das vom irdischen getrennt ist.. klingt..

wir müssen es hochheben.. es erlösen von der erdgebundenheit..
das schönste beispiel dafür ist metall..

wenn sie dieses bild von etwas irdischem das ‚unirdisch‘ gemacht ist und das eine gewaltige bewegung.. eine schwingung aussendet die sich nach dem kosmos richtet.. dann fangen sie an etwas vom klang zu verstehen..
sie versetzen die in einen zustand der dem wesen der materie entgegengesetzt ist..

DAS OHR
das ohr besteht aus drei teilen:
dem äusseren ohr..
dem mttelohr..
und dem innenohr..

das äussere ohr besteht aus einer ohrmuschel.. dem äusseren gehörgang und dem trommelfell..
im mittelohr sitzen drei knöchlchen: hammer.. amboss.. und steigbügel.. insgesamt 1 cm.. die kleinsten knöchelchen die wir haben..
vom mittelohr führt die trompete.. eine röhre.. zum mund.. sie ist verstopft wenn wir erkältet sind; nach ihrem entdecker wird sie eustachische röhre genannt..
schliesslich enthält das innenohr die sogenannte schnecke.. die mit den drei halbkreisförmigen gleichgewichtsorganen.. den bogengängen.. verbunden sind..
das gehörorgan entsteht genau wie die meisten anderen sinnesorgane an der oberfläche.. zuerst entsteht eine kleine kerbe in der haut.. im sogenannten kiemenspaltenbereich aus dem auch der atem- und essmechanismus entsteht..
dies geschieht schon in einem frühen embryonalen stadium wenn die augen erst in einer anfangsphase an der seite des kopfes sitzen..

die ohren sind also letzten endes an einer anderen stelle als da wo sie urspünglich angelegt waren..

aus einem stück haut also.. aus etwas was aussenseite ist.. entsteht so allmählich das innenohr.. was zuerst haut war liegt beim menschen schliesslich ganz tief im felsenbein.. in der schädelbasis.,

und die herkunft der gehörknöchelchen im mittelohr..?
diese gehörknöchelchen entstehen dadurch dass unter anderem ein stückchen des kiefers sich zurückzieht und sich dann zu den gehörknöchelchen umformt.. und zwar gemeinsam mit dem was später das zungenbein werden wird..

das äussere ohr schliesslich entsteht dadurch dass etwa sechs hautwülste sich zur äusseren gehörmuschel auswachsen..

sie sehen dass das ohr auf eine merkwürdige weise entstanden ist die der entstehung der augen völlig entgegengesetzt ist..

DAS LAUSCHEN
es gibt keinen grösseren gegensatz als zwischen ‚fressen‘ und lauschen..
und hier ist auch das geheimnis der verinnerlichung verborgen..

der lebensquell des menschen ist in der tatsache zu sehen dass er essen und atmen kann.. und aus diesem bereich entsteht das gehör; es zieht sich von da zurück und bekommet später eine entgegengesetzte funktion..

ein grösserer kontrast ist tatsächlich nicht denkbar.. denn unser unterkiefer wird wirklich von den stärksten muskeln bewegt..

jetzt muss ich ihnen eine neue bewegung erklären.. eine bewegung die vielleicht ein ganz neuer begriff für sie sein wird..
können sie sich eine bewegung vorstellen die noch stiller als still ist..?

mit anderen worten: noch stiller als still ist sich bewegen lassen.. geradeso wie noch weniger als keinen besitz zu haben.. schulden haben ist..

beim gelde bedeutet das verlust.. dem geist indessen ist es gewinn..
unsere gehörknöchelchen lassen sich tatsächlich bewegen.. denn aus dem triebhaftesten gebiet wo wir.. indem wir essen und atmen.. um unseren selbsterhalt kämpfen.. und wo auch die stärksten muskeln zu finden sind.. zieht sich etwas zurück das so still wird das sich so sehr verinnerlicht.. sich derartig in unserem härtesten knochen einschliesst.. so ruhig wird dass es sich bewegen lässt..

die augen liegen in den augenhöhlen wie die gelenkköpfe der oberarme in ihren gelenkpfannen.. die augen blicken deutlich geradeaus in die welt.. den begriff ‚gerade‘ verdanken wir dem sehen.. mit unseren augen bestimmen wir ob etwas auch wirklich gerade ist..

im gegensatz dazu sind die gehörknöchelchen extrem zusammengezogen wie zusammengefaltete beine wenn wir auf dem boden hocken..
ausserdem finden äusserst eigenartige verwachsungen.. schwellungen und brüche statt..

STEIGBÜGEL
den steigbügel müssen wir betrachten wie den sitzknochen der hüfte..

AMBOSS
den amboss muss man sich als den rest des oberschenkels vorstellen.. verwachsen mit dem unterschenkel..

HAMMER
der hammer ist mit dem unteren stück des unterschenenkels zu vergleichen.. angeschwollen und verwachsen mit dem zusammengeschrumpft zu denkenden fuss.. dieser ruht nicht auf festem boden sondern auf ganz dünnen bei jedem heräusch zitternden trommelfell..
alles deutet darauf dass dieser knochen ganz bestimmt zur fortbewegung nicht mehr dienen kann..

DAS FELSENBEIN
und wie bereits gesagt: so offen und weit (bis zu den sternen) das auge sehen kann so abgeschlossen sitzen die gehörknöchelchen im felsenbein..

merkwürdig dass die ohrmuscheln des menschen platt am kopf sitzen – wieso haben wir keine trichterchen auf dem kopf wie ein pferd..?

ich möchte behaupten dass sie zwar hören könnten aber niemals lauschen..!
eine geste der zurückhaltung..
vielleicht ist das die schönste form weil sie keinerlei äussere funktionen mehr hat..

nun können wir anfangen etwas vom menschlichen geist zu verstehen.. denn der menschliche geist ist höher als die menschliche seele..
bei der seele geht es darum auf die welt zu reagieren.. etwas in der welt zu ‚tun‘ während wir mit dem geist etwas an uns selbst ‚tun‘ können..

was uns beim gehör am stärksten berührt ist die tatsache dass es zwar aus dem pol stammt wo der mensch alles aus eigener aktivität heraus tun möchte.. dass er sich aber daraus zurückzieht.. durch diesen prozess der überwindung des triebhaften kann der mensch verinnerlichen..

denn verinnerlichen ist ein prozess und darum muss auch das ohr zuerst aussen angelegt werden um den verinnerlichungsprozess durchzumachen..

wäre das ohr schon innen angelegt.. wäre keine verinnerlichung möglich..
der mensch musste diese entwicklung durchmachen..

sie wissen dass ein knochen immer knochenmark hat..
nun geschieht mit diesem felsenbein in das sich das gehör zurückgezogen hat etwas völlig unerwartetes..
in einem bestimmten embryonalen entwicklung beobachten wir dass lauter zellen zu diesem felsenbein wandern um das knochenmark.. unser lebensquell.. ‚aufessen‘..

die ‚heiligste stätte‘ werden aufgegessen und es entstehen also hohlräume..
das interessante an der tatsache ist dass diese hohlräume auch sofort hätten angelegt werden können..
wenn nicht dieser prozess.. dieses leben-wegholen von bedeutung gewesen wäre..
die drei gehörknöchelchen besitzen kein mark..

so lehrt uns die embryologie dass unser gehörorgan genau zu diesem plan passt.. uns nämlich aus der triebsphäre zu lösen..

denn was ist ein trieb..?
ein trieb ist etwas das uns an die erde bindet.. wie also ein metall aus der erde geholt werden muss aus seiner irdischen verbindung erlöst werden muss um einen klang vorzubringen.. so muss auch das organ das diesen klang empfangen kann aus der erde erlöst werden.. aus der triebsphäre.. aus dem gebiet das nur auf selbsterhaltung gerichtet ist.. erlöst werden““

und dadurch können sie auch verstehen dass wir mit unserem gehör viel tiefer in die wirklichkeit kommen als mit unseren augen.. die letztlich nur die oberfläche der dinge sehen..

aber wenn wir etwas hören dann hören wir es wirklich so wie es ist.. indem wir ein weinglas anticken.. können wir hören ob es aus kristall ist..
im gehör klingt wirklich die stimme der dinge.. dort offenbart sich das tiefste innere..

mit dem gehör dringen wir tief ins innere der materie hinein..
wir hören nicht die schwingung.. wir hören einen klang..!

es ist so irdisch wie es nur sein kann..
nirgendwo dringt das irdische so in uns hinein wie hier aber wir hören etwas völlig unirdisches..
das ist das unbegreifliche..

hier muss ich ein neues wort einführen um deutlich zu machen womit wir es beim verinnerlichen zu tun haben.. und zwar wegwischen..
denn was ist eigentlich verinnerlichen..?
es ist ein auslöschphänomen..
ich kann es mit folgendem beispiel erklären:
beim lesen müssen sie die einzelnen buchstaben.. diese schwarzen tintenkleckse auf dem papier ‚wegwischen‘ um den text lesen zu können..
und.. sie hören das wort auch wenn sie still lesen..

beim gehör wischen wir die schallschwingungen aus.. wir wischen das irdische aus und das ist deshalb möglich weil das gehörorgan sich völlig erlöst hat von seinem triebpol.. dadurch.. dass das ohr ganz und gar ‚verinnerlicht‘ ist..

die melodie ist dasjenige was zwischen den tönen entsteht.. und um das hören zu können müssen sie die einzelnen töne wegwischen..

sie spüren wohl dass wir es hier nicht mit seelenqualität zu tun haben.. hier sind wir wirklich in ein gebiet des geistes gekommen.. darum hat musik auch so viel mit mathematik zu tun..
wir können alles in der musik in zahlen ausdrücken.. denn mathematik ist in wirklichkeit innerlich hören.. ist geist..

DIE SPIRALFORM
wenn wir zum makrokosmos blicken sehen wir dort den gigantischen spiralnebel mit seinen tausenden von sternen..
woher kommt der spiralnebel..?
es ist ein urgesetz dass alles sichtbare immer aus dem unsichtbaren kommt..

in wirklichkeit ist jede schöpfung dasjenige was aus dem urquell freigelassen wird und zwar auf eine solche weise dass das schaffende element in das geschaffene übergeht..

diese bewegung die ich für den makrokosmos beschrieben habe findet auch im mikrokosmos statt.. und zwar in unsere bauch.. in unseren därmen..
auch unser darmsystem ist eine spirale..

warum muss es eine spirale sein..?
was drückt sich darin aus..?
welches ist die dazugehörende signatur..?
was geschieht im darm..?

wir essen den makrokosmos.. wir essen etwas aus der welt; und das muss ganz und gar verschwinden.. das muss ganz und gar umgesetzt werden.. es muss seine struktur verlieren.. es muss völlig vernichtet werden bevor es durch die darmwand ins blut gelangt..

dieser makrokosmos wird zur eigenen substanz gemacht; alles fremde verschwindet daran.. der makrokosmos wird also unsere eigene substanz und das ist nur in einer spirale möglich..

die darmspirale drückt aus dass die welt dort aufhört und dass die eigene welt daraus aufgebaut wird..

nun werden sie auch verstehen warum die schnecke im ohr als spirale gebaut ist..
es muss eine spirale sein denn sie drückt aus dass hier die ganz tote mechanische welt aufhört und dass hier das spirituelle.. der geist.. aus der materie erlöst wird..

die entstehung des individuums (mikrokosmos) ist die spiegelung der entstehung der menschheit (makrokosmos)..

durch unser gleichgewichtsorgan verbinden wir uns mit der erde.. orientieren wir uns im irdischen raum.. und erst dann.. wenn wir irdisch orientiert sind.. können wir daraus erhoben werden..

und wie werden wir daraus erhoben..?
wie können wir in den geist.. ins kosmische hineingelangen..?

indem wir lauschen..! mit unserem gehör..!

wir müssen also das äusserliche gleichgewicht ausschaltenum ein innerliches gleichgewicht zu bekommen..
und das lauschen auf ein musikstück können wir ansehen als würden wir einen ’spaziergang‘ mit dem innerlichen gleichgewicht unternehmen..

es ist wirklich nicht so dass jemand der mit seinem kopf den takt der musik mitnickt besser hört.. im gegenteil..
wir müssen eigentlich weniger als nichts tun.. wir können erst dann gut hören wenn wir unser irdisches organ.. unser gleichgewichtsorgan ausschalten..
aber dazu müssen wir es allerdings erst haben..!

einfacher gesagt:
indem wir das gleichgewichtsorgan nicht benutzen.. wird es gleichsam der resonanzboden für das lauschen..

unser gleichgewichtsorgan stellt uns in den äusseren raum.. den raum der schwerkraft..
musizieren ist also: gleichgewicht halten in einem innerlichen raum.. der schwerkraft entgegengesetzt.. eine innerliche raumwanderung..

die wirkung des lauschens auf den körper..

geigenmusik: wirkt auf das gefühl..
xylophon (holz): schlägt gegen unser skelett..
glocken (metall): hören wir mit den muskeln..
flötenmusik: wirkt in unserem lutforgsnismus..
horn oder trompete: der engel bläst auf der posaune.. sein herz spricht zu unserem..
trommel: wirkt auf das trommelfell und die hautoberfläche..
harfen: nehmen wir mit unseren nieren war..
leier: wirkt auf unser nervensystem..

wir hören folglich nicht so sehr mit unseren ohren als vielmehr mit unserem ganzen körper..

mit dem gehör beginnt dann auch erst das soziale element in den kulturen.. es hebt uns über uns selbst hinaus weil es uns zunächst körperlich ergreift.. es überwindet wirklich.. es löscht das körperliche aus.. wir können aufeinander hören.. wir können zusammen singen..

die bewusstseinsseele und unser wille auf den geruch..
die gemütsseele und unser gefühl auf den geschmack..
die empfindungsseele und unser denken auf das auge..
und der astralleib.. und unser unmittelbares interesse.. unsere aufmerksamkeit auf den wärmesinn..
was steht uns zur verfügung beim hören..?
es bleibt überhaupt nichts übrig..

rudolf steiner sagt dazu:
wir hören weil uns durch die seele der engel geholfen wird.. wir hören mit der seele der engel und nicht mit unseren eigenen seele weil wir dafür.. grob gesagt.. zu egoistisch sind..
das wahrhaft soziale.. das wahrhaft uneigennütze.. das wahrhaft liebevolle im sozialen ist bei den menschen noch lange nicht zu finden..

es wird noch eine ganze zeit dauern bevor das entwickelt ist.. natürlich versuchen wir oft.. sozial zu sein.. liebevoll zu handeln..

aber nur engelwesen tun dies immer.. sie sind immer uneigennützig als beschütze des menschen tätig..
uns immer treu begleitend von inkarnation zu inkarnation..

und darum sind es auch die engel die in uns wirken in unserem wahrhaft sozialen.. wahrhaft spirituellen sinnesorgan.. im gehör..

wir haben es also mit einem sinnesorgan zu tun das es eigentlich gar nicht geben kann das noch ‚vor der schöpfung‘ liegt..
das bedeutet: schöpfend.. noch nicht geschaffen..

damit verstehen wir sogleich den mitreissenden.. zur bewegung zwingenden charakter der musik besser.. musik ist niemals geschaffen.. sie muss stets wieder aufs neue gemacht werden..
wir haben also im gehör das paradox eines sinnesorgans.. das vollkommen irdisch ist.. das unerbitterlich irdisch funktioniert.. das aber doch unmittelbar aus dem himmlischen hierarchien.. die unmittelbar über dem menschen stehen.. tätig sind..

klang ist eine realität und nicht eine verschleierung wie beim sehen.. nicht ein bil – es ist magie..

mit musik können wir jemanden wecken und einschlafen lassen.. bis zu tränen rühren und aufmuntern.. mauern einstürzen lassen und kühe mehr milch produzieren lassen..

musik ist eine dynamisch.. schaffende macht.. und da sie eine himmlische macht ist kann sie auch die dämonische macht werden..

es ist also magie..

wirklich lauschen hat zur voraussetzung: still sein..
gerade auf dem gebiet das uns am stärksten in bewegung bringen kann.. müssen wir die bewegung verinnerlichen.. sie mit der seele auffangen.. und so finden wir im gehör das wesen des sozialen:
etwas.. das nicht irdisch geworden ist.. das im himmel geblieben ist.. kann doch noch immer den menschen.. während er lauscht.. wie ein faden durchziehen..

hören heisst immer abstand von uns selbst zu nehmen und aufzugehen in etwas anderem oder in einem anderen.. und das können wir noch nicht mit unseren eigenen kräften.. denn bei jeder gemeinschaft die entsteht.. bei jeder beziehung zwischen zwei menschen.. ist immer hilfe und schutz des schutzengels notwendig..

KREBS
das symbol des krebses will sagen dass eine bestimmte welt aufhört und eine neue welt anfängt““ und welches sind denn die beiden welten des krebses..?
dau werde ich zunächst einige allgemeine ausführungen machen müssen die etwas mit der spiralform zu tun haben..

der zauber des krebses ist: materialisieren.. entmaterialisieren.. nirgendwo in der natur ist dieser prozess von tod und erstarrung und wieder ins fliessende leben kommen so eindrucksvoll demonstriert..

musik ist die entpanzerung der materie: die krebsaugen sind in der heilkunst wunderbare mittel bei verhärtungen..

8. wärmesinn

8 WÄRMESINN – LÖWE
mit interesse in die welt strömen (stofflich)

mit der wärme betreten wir wieder eine gsnz andere welt.. aber auch hier dürfen wir ebenso wie beim auge die sonne nicht vergessen..

beide.. wärme und licht.. werden uns von der sonne geschenkt.. wenn auch auf völlig verschiedene weise..
wenn die sonne untergegangen ist verschwindet auch das licht auf der erde.. und zwar ziemlich schnell.. wenn auch nicht überall so schlagartig wie in den tropen..
anders.. nicht so abrupt gehr es mit der wärme..

die dinge selbst sind durch und durch warm geworden und geben ihrerseits wieder wärme ab.. man könnte es ein ’nachsonnen‘ nennen..
wärme strahlt also ebenso wie das licht.. sie durchstrahlt die materie so wie das licht beispielsweise durch den klaren kristall oder durch glas scheint..

aber nicht nur das – sie erfüllt diese materie auch.. verbindet sich mit ihr.. selbst mit dem härtesten material.. doch muss die materie die wärme wieder abgeben.. wärme kann man niemals ganz einsperren..

die sonne ‚bebrütet‘ die welt tagsüber.. nachts übernimmt dies die natur..

der mensch selbst ist eine wärmesonne.. keine lichtsonne.. aber der körper muss die entweichende wärme immer wieder erneuern..
das gilt nicht für die kaltblüter.. diese tiere sind deshalb auch vollkommen von der wärme ihrer umgebung abhängig.. je kälter es ist desto träger werden ihre bewegungen..

wir menschen strahlen kein licht aus.. hier nähern wir uns dem mysterium der wärme..
stellen sie es sich noch einmal deutlich vor:
die welt voller licht aber ohne wärme.. dann würde völlige starre herrschen.. ohne wärme wäre keine veränderung möglich.. die zeit stünde still oder besser gesagt:
es gibt leine zeit..
in unserem kühlschrank lassen wir tatsächlich die zeit fast stillstehen..

die etymologen gehen davon aus dass das leiteinische wort für zeit tempus und das wort temperatur miteinander verwandt sind..

alles was mit veränderung.. bewegung.. strömung und werden zu tun hat.. müssen wir mit der wärme in zusammenhang bringen..
dieses dynamische ist auch wieder unlösbar mit kraft.. mit energie verbunden..

unser wort energie kommt vom griechischen en ergeo ‚ich bin tätig‘..
durch wärme wird alles mit unwiderstehlicher kraft ausgedehnt..
bei grosser hitze können sich feste stoffe sogar verflüssigen und dann verdampfen.. sie werden also beweglicher.. leichter..
kurz: weniger erdgebundener.. weniger von der schwerkraft abhängig..

auch verschwinden alle grenzen; die absonderung.. das alleinsein wird aufgehoben.. viele stoffe können sich jetzt auch miteinander vermischen und sogar neue chemische verbindungen eingehen..

das ist die macht.. die magie der wärme: sie ist alldurchdringend.. so einfach wie es ist das licht aufzuhallten so unmöglich ist dies bei der wärme..

wärme wird aufgenommen.. aufbewahrt.. gespeichert.. – aber auch wieder zurückgeschenkt..

die krönung der wärme ist das feuer.. der träger aller kulturen..
die wärme ist die absolute voraussetzung für unsere irdische existenz für all unser tun.. das heisst für unser bewegen.. fühlen.. denken.. und wahrnehmen mit den zwölf sinnen..

es ist gar nicht so schwierig das wesen der wärme zu charkterisieren: es ist der enthusiasmus..! das bedeutet ‚in gott sein‘ (das griechische en ist ‚in‘ und theos ist ‚gott‘) wenn jemand mich für erwas ‚erwärmt‘ dann meine ich damit dass er mir messbare wärme zuführt..
ich meine nicht wenn jemand meine kalten hände aufwärmt..

er erweckt etwas in mir zu eigener aktivität.. zum selbstmus.. zum mittun..
ich ‚erwärme‘ mich und bekomme vielleicht fieber.. so wie ich fieber bekomme wenn ich mich ‚erkälte‘..

unser körper verträgt keine fremde temperatur.. die äussere wärme darf sich nicht zu sehr in den eigenen körper hinein fortpflanzen..

um äusserlich zu überleben müssen wir uns kleiden.. müssen wir das feuer benutzen..
um innerlich zu überleben.. um ein menschenwürdiges dasein zu führen.. müssen wir dies alles aus innerer aktivität heraus zustande bringen..

in der anthroposophie nennen wir die organisation durch die sich der mensch aus einem inneren antrieb bewegen kann.. den astralleib.. das bedeutet ’sternenleib‘.. wir dürfen auch sagen ’sonnenleib‘.. denn die sonne ist ja ein stern..

der astralleib ist die quelle des organs für den wärmesinn.. ohne die wärme ist der mensch als ein sich bewegendes wesen nicht denkbar..

das harmonische.. ausgeglichene.. ruhige.. GRÜN ist charakteristisch für die begierdlose pflanze.. GRÜN entsteht nur am licht mit hilfe des magnesiums in der pflanze.. magnesium.. das früher der fotograf als blitzlicht benutzte…dieses licht ist genauso stark wie das sonnenlicht..!

ROT ist der ausdruck strömender kraft.. mit dem herzen als unermüdlichem mittelpunkt..
das ROT des blutes entsteht gerade im dunkeln.. im knochenmark.. mit hilfe des eisens.. dieses eisen befördert den sauerstoff den wir durch dienlunhe aufnehmen überallhin und sorgt damit für die wärmebildung..

die arme und beine sind gleichsam periphere herzen mit denen wir uns in unseren gebärden von innen nach aussen zeigen..

MAKROKOSMOS – MIKROKOSMOS
nichts ist wertvoll an sich.. sondern nur im zusammenspiel mit dem anderen..
in der anthroposophie spielt die erforschung der beziehung der grossen welt.. des makrokosmos.. zu der kleinen welt.. dem mikrokosmos.. dem menschen.. eine sehr grosse rolle..

es handelt sich dann nicht mehr um ‚unvorstellbar gross‘ oder ‚unvorstellbar klein‘ sondern um den zusammenhang beider.. ihrer verbindung.. ihrer religion..
(lateinisch religere heisst verbinden)

in der kälte ist die materie geballte kraft.. durch erwärmen wird diese frei..
das licht dagegen versteht es diese kraft in der pflanzenwelt wieder zu verdichten.. sie irdisch.. nämlich zu brennstoff zu machen..

das licht kann also verdichten.. irdischer machen.. nahrung bereiten.. aus der wir dann unsere wärme schöpfen.. auch unser knochengerüst verdichtet sich erst wirklich durch das sonnenlicht..

am behaglichsten fühlen wir uns merkwürdigerweise wenn das badewasser unsere eigene körpertemperatur also 37 grad hat.. das ist die temperatur in der sich der embryo aufhält..

wenden wir unsere aufmerksamkeit jetzt einmal dem schlafzustand zu..! zuerst die frage: warum müssen wir eigentlich schlafen..? warum werden wir müde..?
darauf können wir vorläufig sagen dass unser bewusstsein selbst keine aufbauenden kräfte in sich birgt.. sondern von unseren lebenskräften zehrt.. unser herz und die anderen organe von denen wir kein bewusstsein haben.. werden nie müde.. das bewusstsein baut unsere lebenskräfte ab..

wir sagen zurecht dass der schlaf diesen abbau wieder in ordnung bringen muss,, wenn wir schlafen wollen suchen wir die dunkelheit und die stille auf..

alles womit wir am tag aktiv sein müssen.. umhüllen wir nachts mit einem wärmemantel der unsere körpertemperatur annähernd stabil hält..
unser wärmeorganismus ist das eingangstor für diese aufbaukräfte.. nachts bauen höhere mächte unseren körper auf indem sie ihre fürsorge diesem körper zuwenden..

wenn die umgebung ebenso 37 grad wäre.. würden wir das als geradezu tropische hitze erleben die apathisch zu machen droht..
offenbar ist dieser wärmeintervall von 17 grad notwenidig um unserer eigenen aktivität antrieb zu geben..
die erde schenkt uns mit hilfe der sonne zwar die beträchtliche grundwärme aber das weitere muss von uns selbst ausgehen..

bei der geburt findet diese aufforderung auf sehr drastische weise statt..
den schreck hören wir an dem weltschmerzenschrei des babys als antwort auf seinen erste eigenen atemzug..

will das kind nicht atmen so wirkt ein kalter wasserguss wunder: du mensch.. du sollst es selber schaffen..! ich kann nur sehr dazu ermutigen..

mutter natur trägt unser körpergewicht.. erst wenn wir müde.. krank.. oder alt geworden sind.. erleben wir unser körpergewicht..

die urfrage die der mensch sich stellt lautet: was will ich eigentlich..?
auch wenn er fragt: wer bin ich eigentlich..? oder: woher komme ich..? – mündet das doch wieder in die frage: was will ich weiter tun..?

eine gute schule sorgt dafür.. nicht kübel voller informationen auszugiessen.. sondern lebenslust zu wecken.. die flamme der begeisterung.. die fackel der freude weiterzureichen – eine geistige stafette..!

jeder weiss dass wir gerade den lehrern dankbar sind die ihren lehrstoff mit enthusiasmus übermittelt haben.. und wenn wir später einen beruf wählen.. versuchen wir unsererseits auch wieder einen ort zu finden an dem wir andere begeistern können..

alle arbeit beruht im prinzip darauf dem anderen zu helfen.. uns um ihn zu kümmern.. aus dieser urfrage: WAS WILL ICH..? verstehen wir auch die beschreibung die rudolf steiner von der entstehung des menschen gibt..

warum will ein wesen.. sei es nun ein gott oder ein mensch.. etwas erschaffen..? dieses bedürfnis entsteht wenn eine reiche erfahrung gewonnen ist.. diese erfahrung wollen wir mit anderen teilen.. wir können es nicht für uns behalten..

novalis drückte es so aus:
„das äussere ist ein in geheimniszustand erhobenes innre..“
das bedeutet dass die schöpfung die offenbarung der geistigen welt.. einer tiefen.. inneren.. und warmen geisterfahrung ist..

gott.. der vater.. hat die welt.. das paradies geschaffen..
er hat etwas inneres nach aussen gebracht.. er konnte es nicht für sich behalten..

wie kommt die nach aussen gebildete schöpfung bei dem menschen an..?
die neugierde gottes muss von seinem geschöpf adam beantwortet werden.. der mensch ist dazu aufgerufen.. selbständig aktiv zu sein.. begeisterung zu zeigen..
und so werden wir mit hilfe des wärmesinnes zu ‚interessewesen‘.. zu mitgeniessern.. die liebe mit der gott alles geschaffen hat verlangt einen widerklang.. ein echo..

die einfache tatsache dass wir uns gegenseitig immer wieder die frage stellen:
wie findest du das..? ist also charakteristisch für unserr göttliche abstammung.. der mensch darf nie ausserhlab stehen.. nie gleichgültig sein..

rudolf steiner nennt den wärmesinn das zuerst entstandene sinnesorgam des menschen.. es lag ursprünglich oben auf dem kopf.. sie haben sicher schon einmal vom ‚dritten auge‘ gehört..

im laufe der entwicklung hat sich dieses dritte auge ganz zurückgezogen.. es ist nun eine kleine drüse geworden.. die epiphyse oder zirbeldrüse..

die seele will ihr interesse zeigen und wartet ab ob ihr etwas entgegenkommt oder nicht..
kommt uns etwas entgegen..? ja..?
dann erleben wir es als wärme.. dann fühlen wir uns aufgenommen.. vom kosmos akzeptiert.. wir können mitmachen.. wir werden stimuliert.. begeistert..

und umgekehrt können wir uns als seelenwesen ebenso verhalten.. wir erwärmen uns für etwas.. das genau ist es was wir tun wenn wir uns für die welt interessieren..
der wärmesinn ist das ur-sinnesorgan.. das als grundfähigkeit in allen anderen sinnen vorhanden ist..

es liegt im wesen jedes sinnesorgans dass es interesse ausstrahlt..

mit dem lebenssinn erleben wir ‚angenehm‘ und ‚unangenehm‘.. also äusserlich.. körperlich..
der temperatursinn lehrt uns die gefühle ‚freude‘ und ‚missbehagen‘..

tiere bewegen sich um nahrung für ihre eigene körperliche existenz zu finden.. der mensch bewegt sich darüber hinaus um erfahrungen zu finden.. das ist geistige nahrung..

das ur-wärmesinnesorgan.. das dritte auge war ein ‚egoistisches‘ organ im dienste der selbsterhaltung..
unser heutiges wärmeorgan will sich gerade nicht mehr mit äusserer kälte oder wärme beschäftigen.. es will in seiner äusseren wärmeabgabe innere wärme.. interesse mitschenken (denken sie an den unterschied von 17 grad)

der lebenssinn gibt beim niesen eine warnung ab: in deinem wärmeorganismus ist unordnung entstanden.. es ist wie bei einem vogel.. wir schütteln unser wärmefeferkleid in die richtige falten..
niesen ist noch immer das beste vorbeugemittel gegen eine drohende erkältung..

eine erscheinung die auch zum wärmesinn gehört ist das zittern..
wir fühlen ums von der kälte bedroht..
wir helfen uns meist damit dass wir uns selbst bewegen: die hände reiben.. mit den füssen stampfen.. mit den armen schlagen.. dies ist also ein deutliches beispiel dafür dass wir zu eigener aktivität aufgerufen werden..

die polarität von wärmesinn und geruchsinn finden wir in der polarität von zittern und niesen sehr deutlich wieder..

sehr erhellend ist auch der gegensatz zwischen angst und scham..
wenn wir angst haben werden wir bleich.. die peripheren hautgefässe verengen sich..
wir versuchen gleichsam uns so klein wie möglich zu machen.. als wollten wir in einem punkt verschwinden..

es ist die grosse moralische kraft der scham dass das schlechte nicht verborgen bleiben kann.. der höhere mensch schämt sich für den niederen menschen..

der wärmesinn hindert uns fortwährend daran dass wir gleichgültig werden..
durch den wärmesinn nehmen wir stets den unterschied zwischen uns selbst und der welt wahr und das erweckt unser interesse.. unser menschsein endet wenn dieses interesse nicht mehr vorhanden ist.. wir sprechen dann von lauen seelen..

LÖWE
das tierkreiszeichen des wärmesinns ist der löwe.. das prachtvolle tier mit seiner majestätischen mähne.. mit diesem mächtigen sonnenhaupt.. besteht aus reinem begeistern geniessen..

wenn sie sich der geschmeidigkeit der katze hingeben.. ihrer bewegung.. dem lautlosen schleichen.. dem rennen.. dem sich-drehen und wenden.. dem springen.. dem zupacken.. dieser kraft.. dieser biegsamkeit.. – dann würden sie merken wie durchglüht.. wie durchlebt.. wir eurythmisch dies alles ist..

so rührend anhänglich.. so erschreckend mit gekrümmtem rücken und gesträubten haaren.. sämtliche geschwindigkeiten beherrschend: rau zupackend.. zart tastend.. ein scheinbar müheloses erklettern der bäume..
und – eine katze vorm fenster sitzend.. den schwanz elegant um sich herum gelegt..
was mich betrifft so hätte die schöpfung hiermit enden können..

vergessen wir nicht das der löwe ein raubtier ist das mit grosser kraftanspannung seine beite packen muss.. eine solche löwenkraft gehört zu jedem interesse..
im gegenseitigen geben und nehmen wollen wir begreifen und begriffen werden..

ECCO HOMO

ja! ich weiss woher ich stamme!
ungesättigt gleich der flamme
glühe und verzehr‘ ich mich.
licht wird alles was ich fasse,
kohle alles was ich lasse:
flamme bin ich sicherlich!
(nietsche)

wie frei bist du..?

wie aus leiden glück wird..
wie aus glück leiden wird..
wie alles fliesst..

durch gut und bös..
durch lang und breit..
durch kurz und gut..

weils klärt..
weils drückt..
weils sein kann..

du wirst leiden..
du wirst lernen..
du wirst weiter gehen..

die neugier treibt dich..
die angst stoppt dich..
die liebe hält dich..

bis du frei bist..

7. sehsinn

7 SEHSINN – JUNGFRAU
das unwägbare (sonnenlicht).. im makrokosmos erleben (nach aussen gerichtet)

erst wenn das auge sich öffnet.. öffnet sich auch die welt in all ihrer grösse.. mit ihren weiten.. ihren räumen.. dann erst findet das wahre erwachen statt..
mit den augen untersuchen wir auch alle anderen sinnesorgane.. man könnte sagen dass es sie alle überstrahlt..
und damit zeigt es seine verwandschaft mit dem strahlenden auge des kosmos:
der sonne..

die ganze welt strömt durch die augen.. nach innen.. durch zwei sehr kleine löchlein.. die pupillen.. wie durch ein nadelöhr..

es ist auch die einzige stelle wo die haut aufreisst..
die meisten sinnesorgane entstehen irgendwo an der ‚oberfläche des menschen‘..
das auge scheint entgegen all diesen gesetzen entstanden zu sein..
das ist etwas ganz wunderbares das wir in der embryologie entdeckt haben..

nun ist das weisse des auges nichts anderes als was um das gehirn die harte gehirnhaut ist.. wenn sie also das weisse des auges beim menschen sehen.. dann blicken sie auf die fortsetzung dessen was um das gehirn herumliegt..

es ist tatsächlich etwas wunderbares dass gegen alle regeln der sinnesorgane des gehirn sich selbst auf den weg macht um ein sinnesorgan zu bilden..

das gehirn das völlig abgeschlossen ost sucht faktisch auf dem weg über die augen das licht.. und was geht vor sich wenn jemand das licht sucht..?
die pflanze fängt an zu blühen..
genau dasselbe finden sie beim menschlichen auge.. dort wo das gehirn das licht gefunden hat.. entstehen auch farben.. genau wie bei der pflanze die blüht..

die farbe unserer augen dient also zu nichts.. aber sie drückt etwas aus.. der farbige teil heisst mit vollem recht IRIS – nach der göttin des regenbogens – weil er wirklich ein regenbogen ist..

GOETHE hat uns gezeigt dass die farben aus dem kampf von licht und finsternis entstehen..
NEWTON dagegen lässt alle farben schon im licht vorhanden sein..

goethe drückt es so aus dass zwei möglichkeiten vorhanden sind wenn licht und dunkel zusammenwirken..
wenn das licht die finsternis besiegt.. wie beim sonnenaufgang.. entstehen die aktiven.. aufweckenden farben rot.. orange.. gelb..

herrscht die dunkelheit über das licht wie die ferne umgebung der erde.. wird aber durch die direkte erdumgebung gesehen.. dann entsteht das erhabene.. beruhigende.. umhüllende.. himmelsblau..

das dunkle violett sieht man nur in grossen höhen.. der stratosphäere..

grün gehört für unser empfinden ausdrücklich zur pflanzenwelt.. die pflanzen.. die von der erde in den himmel streben.. schenken uns mit hilfe der sonne diese harmonischengrün farbe in vielen nuancen..

aber wissen sie auch dass der himmel am oberen rand des regenbogens dunkler ist als am innenrand..? darauf müssen sie einmal achten wenn sie einen regenbogen sehen..

was hat das mit dem auge zu tun..?
wir nennen den farbigen teil nicht umsonst IRIS die regenbogenhaut..

das ist nur aus naturgesetzen zu verstehen.. wie goethe sie interpretiert hat.. dass nämlich am dunken rand die aktiven farben erscheinen und am hellen rand die passiven..

was geschieht nun wenn sie eine farbe anschauen..? welcher elemtare vorgang spielt sich in ihrer seele ab..?
innigkeit wird gefordert..!
plötzlich wird ein neues element frei.. die stimmung..

DER FARBENKREIS GOETHES
solch einen farbenkreis können wir deshalb machen weil die ‚letzte‘ farbe wieder in die ‚erste‘ übergehen kann: das violett kann über purpur (magenta) ins rot übergehen..
das ist das erstaunliche an den farben..

denken sie sich nun in die situation dass sie zum ersten mal in ihrem leben alle dinge farbig sehen.. was wird dann in ihnen geschehen..?
ich bin davon überzeugt das etwas gewaltiges in ihnen geschieht..

das wesen aller dinge zeigt sich noch nicht.. die natur verbirgt sich noch.. aber sobald die farben erscheinen kommt auch die natur zum vorschein..

wir sind immer in der menschlichen seele in uns selbst eingeschlossen; und darum wollen wir uns immer der natur öffnen.. doch in keinem anderen sinnesorgan kommt die natur uns so entgegen wie beim auge.. und zwar deshalb weil der kosmos uns zu hilfe kommt:
ohne sonne kein sehen..!

ROT erweckt unsere aktivität..
ORANGE begeistert..
GELB macht fröhlich..
GRÜN hat etwas beruhigendes.. ausgleichendes..

die farben wirken so dass sie sofort etwas bei ihnen herauslocken.. die ganzen elementaren dinge die in ihrer seele schlummern kommen heraus.. dies erleben wir bei den anderen sinnesorganen nicht..
es ist schwierig eine stimmung nur in schwarz weiss und grau auszudrücken..
wie grandios eine künstlerische gestaltung.. eine zeichnung.. eine radierung.. auch sein mag.. wie ergreifend zum beispiel die schwarz-weiss zeichnung von rembrandt auch sein mögen..
die stimmung kommt eigentlich erst mit der farbe zur erscheinung..

wir begegnen uns unmittelbar von seele zu seele im auge..
das auge ist das fenster der menschlichen seele..

es ist zwar sehr ärgerlich.. aber unsere augen scheinen sich täuschen zu lassen..
der geschmack lässt sich nicht betrügen.. das auge sehr wohl..

wie kommt es dass wir uns mit unseren augen irren können..?
das kommt weil wir ‚in unseren augen‘ denken..
darum irren tiere in der natur sich niemals.. in der natur irrt ein tier sich nie weil es niemals nachdenkt..

nur der mensch denkt über die dinge nach.. und da das denken ganu besonders übers auge tätig ist.. ist auch ‚augentäuschung‘ nur übers auge möglich..

wir ergänzen was wir sehen durch unser denken.. mit dem was wir zu sehen erwarten und dann entsteht augentäuschung..
wir sollten also besser von ‚verstandestäuschung‘ sprechen..

goethe sagt: die sinne trügen nicht.. aber das urteil trügt..

auf der einen seite ist es ein gemütssinnesorgan..
auf der anderen seite ein wissenschaftliches instrument.. ein werkzeug zum denken..

das drückt die tatsache aus dass wir immer verstehen wollen was wir sehen..
wenn wir ein gemälde sehen.. fragen wir sofort was es darstellt,,
bei der musik haben wir diese neigung überhaupt nicht..

ein porträt würden wir zum beispiel nie verkehrt herum aufhängen..
darum ist auch für viele menschen moderne malerei so nichtssagend.. man kann es genauso gut umgekehrt aufhängen..!

wir denken meistens dass ein blindgeborener sich im dunkeln befindet.. aber er kennt das dunkel ebenso wenig wie das licht..

wir sehen immer.. sogar das dunkel.. es ist das wachende organ..
das auge ist das sinnesorgan in dem alle sinnesorgane enthalten sind.. weil wir sie alle sehr genau mit unseren augen angesehen haben..

wir sprechen von warmen und kalten farben..
aber auch von süssen farben oder von schmutzigen farben.. und da sind wir dann beim gewchmackssinn und dem geruchssinn..
ganz eindeutig ist auch der bewegungssinn in unserem auge enthslten..

auch ‚tasten‘ wir mit unsichtbaren händen die welt auf entfernung ab..
und man kann sogar jemanden mit blicken ‚töten‘..!
es gibt wirklich nur einenbegriff der passend für das auge ist.. ein begriff bei dem wir auch eine gebärde machen können.. und der ist dass wir sagen.. das auge ist ein allumfassendes sinnesorgan..

ÜBER DIE DURCHSICHTIGKEIT DES AUGES
obwohl die augen des neugeborenen kindes schon nahezu ausgewachsen sind.. bleibt die materie des gewebes jung.. durchsichtig.. unbeschmutzt.. jungfräulich..
etwas ganz besonderes hat es mit der linse auf sich:
sie wächst.. wenn auch langsam.. solange der mensch lebt..!

dieses wachstum das eigentlich zum jungen gehört und das völlig durchsichtige des auges ist das charakteristische merkmal des auges..

tiere sind an ihre triebe.. an ihre begierde gebunden..
anthroposophisch sagen wir: an ihren astralleib..
der mensch ist ein ICH das diese begierde zügeln.. sie beherrschen kann.. der sichtbare ausdruck davon ist das weiss im auge.. das den farbigen teil des auges .. die offenbarung des astralen umschliesst..

dieser weisse teil ist nicht so sehr der spiegel der seele als vielmehr ausdruck unseres inneren menschen.. es diskriminiert nicht..

JUNGFRAU
das sternbild das zum auge gehört kann kein anderes sein als die jungfrau.. das grösste sternbild..
die jungfrau sorgt dafür dass wir den unmittelbaren seelenregungen der dinge begegnen..

und damit ist eigentlich das geheimnis all dessen was mit dem auge zusammenhängt ausgesprochen..

das ist das so anrührende.. allumfassende dieses sinnesorgans:
die jungfrau ist die weltseele.. und diese weltseele wurde in alten zeitrn ISIS genannt.. oder such SOPHIA die göttliche weisheit.. immer mit schönem verbunden von der die denkkraft in die welt ausströmt..

6. geschmacksinn

6 GESCHMACKSINN – FISCH
gesund.. ungesund.. das wägbare kontrollieren: das was meinen mikrokosmos bilden soll (nach innen gerichtet)

hier haben wir es mit einem ganz anderen sonnesorgan zu tun.. sie sind gezwungen zu riechen weil sie an die armung gebunden sind.. ihre nase ist immer offen..

mit ihrem mund ist das etwas anderes.. der ist viel mehr privateigentum..
wenn wir etwas probieren wollen.. muss dafür eine ‚tür‘ geöffnet werden.. das ist sehr wichtig für das schmecken.. dass wir immer erst einmal etwas hereinlassen müssen..

der geruch weht ohne weiteres herein.. der geschmack nicht..!

der geschmack spielt sich ‚im stillen kämmerlein‘ ab.. vom geschmack werden sie nicht überrumpelt.. durch den geschmack werden sie niemals aggressiv mit der natur verbunden.. während gerüche unmittelbar bestimmte triebe im menschen hervorrufen können.. kann der gewchmack das niemals so direkt; wir müssen immer erst etwas hinzufügen..

der speichel den wir hinzufügen ist immer dem angepasst was wir in den mund nehmen.. und das essen.. das schmecken.. ist eine intime angelegenheit..
wir können es so ausdrücken: wenn wir etwas schmecken.. beginnen wir ein intimes gespräch mit dem stoff.. es ist ein hin und her sprechen mit dem was wir zu uns nehmen..

beim geschmack ist es nicht nur ganz kurz.. wir schmecken etwas was lange mit uns zu tun hat.. es hat etwas mit dem zu tun was wir in uns aufnehmen mit dem was wir sozusagen werden..

wir können die zunge ‚den wächter an der schwelle‘ nennen.. den wächter an der schwelle von dem was makrokosmos war – die natur – und was gleich mikrokosmos werden soll: unser leib..

schön ist auch das zusammenspiel von geschmackssinn.. tastsinn.. wärmesinn und lebenssinn im mund..

dass der geschmackssinn etwas intimes ist.. erleben wir auch noch auf eine andere weise.. es ist kein zufall dass wir es sehr ungehörig finden wenn jemand seine zunge ausstreckt..
mit dieser gebärde wird auch das böse ausgedrückt: immer wieder die schlange mit ihrer gespaltenen zunge oder der böse wolf..

wie gebrauchen wir das geschmacksorgsn mit dem wir den makrokosmos prüfend schmeckend in uns aufnehmen..?
leider ist kein sinnesorgan so verdorben wie der geschmackssinn.. das hat schon frühzeitig angefangen.. schon im paradies..

stellen sie sich einmal eine verführung im paradies mit düften vor.. das ist unmöglich.. die schlange musste in den geschmackssinn eingreifen.. es ist das organ mit dem wir nicht mehr richtig umzugehen wissen..
denn wenn sie schmecken dann sagen sie: ‚lecker‘ oder ’nicht lecker‘..
und das ist nun der sündenfall..!

wenn der mensch krank gewesen ist.. hat er dann eine zeitlang nicht essen dürfen und bekommt zum ersten mal wieder etwas suppe.
was schmeckt er dann..?
dann schmeckt er ob etwas gesund oder ungesund ist.. und das sind die einzigen beiden wahren qualitäten des geschmackssinnes.. ob etwas gesund ist oder nicht..

ist etwas gesund oder ungesund..?

wenn sie es lernen darauf eine antwort zu finden. gelangen sie zu einer guten planung.. das hat etwas mit qualität und auch quantität zu tun.. sie können es nämlich auch lernen.. prüfend zu schmecken wie viel sie essen müssen..

und damit fängt das abgrenzen an: wie viel brauche ich wirklich..? wieviel flüssigkeit muss ich noch zum essen dazutun..? der lebenssinn kommt zu hilfe..
diese begrenzung ist auch auf geistigem gebiet notwendig.. man kann auch zu viel geist zu schnell fressen.. im sinne von: zwar weiss ich viel doch möcht ich mehr als alles wissen..
die kultur krankt schon lange an einem zuviel an information.. es besteht nicht gut mit der geistigen verdauung..!

mit hilfe des geschmacks wurden früher auch alle medizin herausgefunden..
die ersten kräutersucher gingen in die natur und prüften.. indem sie schmeckten ob eine pflanze auf die leber.. auf die niere.. oder auf die augen wirkte..

dieses urteil.. durch den geschmack gewonnen.. wird wieder unser grosser lehrmeister in der gesundheitsversorgung sein müssen..

der bereich der uns in die lage versetzt noch einen gesunden verstand zu haben.. wird in der anthroposophie die verstandes- und gemütsseele genannt..

GESUNDER MENSCHENVERSTAND
wir verwechseln oft verstand und intellekt.. wir wissen aber noch um unseren gesunden verstand..
gelegentlich taucht dieses wissen auf..
es ist dasjenige was noch heraus spürt ob etwas unsinniges geschieht.. ob dieses etwas noch vernunft in sich hat.. ob noch etwas gesundes darin ist..
und das trägt den namen: verstandes- oder gemütsseele..

sie ist die mitte des menschen.. das letzte was wir noch vom paradies eehalten haben.. der letzte kleine kompass ser noch sagt: „es ist gesund..!“ oder „es ist ungesund..!“
das salz hängt mit dem denken zusammen.. das denken vergisst sich selber.. es befasst sich nie mit sich selbst sondern immer mit etwas anderem..

wenn ich einen löwenzahn anschaue und meine gedanken über den löwenzahn mitteilen.. dann spreche ich nicht über den gedanken sondern über den löwenzahn.. und wenn ich das gut mache dann wissen sie in dem augenblick besser was ein löwenzahn ist..
dann habe ich ihn ‚mit salz bestreut‘..

der mensch ist als denkwesen (im gegensatz zum tier) auf salz angewiesen..

das saure dagegen wirkt aufweckend.. erfrischend..
das süsse macht dass wir uns wohlfühlen..
das bittere verlangt immer einer art willenshafter überwindung.. man muss dazu immer seinen willen einsetzen..

hier meldet sich dasselbe prinzip zu wort wie der schmerz beim lebenssinn..
wir würden uns ohne schmerz nie als mensch fühlen können.. ohne die bitternis des lebens.. ohne uns für etwas anstrengen zu müssen..
dadurch wird unser wille angesprochen..

aber geschmack hat auch etwas zu tun mit dem was von uns ausgeht..
zunächst einmal ist da die wunderbare tatsache dass wir mit dem bereich mit dem wir essen auch sprechen.. möglichst nicht zur selben zeit natürlich..

das entscheidende an der nahrung ist das von dem wir wissen wollen ob es gesund oder ungesund ist..
es ist das was uns aufbaut.. sie können es am besten mit einer art befruchtungsprozesd vergleichen: etwas lebenspendendes..

etwas differenzierter gesagt:
wie die welt uns aus makrokosmischer zu mikrokosmischer substanz transformiert.. so verändern auch wir immer die welt..
das ist eigentlich mit geschmack gemeint..

das essen ist immer eine heilige angelegenheit.. genauso wie die bi,dung..
die welt befruchtet den menschen – das ist das erste..
der mensch befruchtet die welt – das zweite..

unsere befruchtung durch die welt geht viel weiter als die ernährung..
wir sprachen davon das wir stoffe in uns aufnehmen.. wir können auch bücher verschlingen.. wir kennen auch lehrstoff..
wir unterscheiden im prinzip gar nicht zwischen geistiger und irdischer nahrung..

sie wissen das die grösste heilkraft in bitteren stoffen enthalten sind..
können wir dann nicht auch durch unangenehme erfahrungen stärker und gesünder werden..?
‚gesund‘ ist unwiderruflich verbunden mit heilend.. heil machen.. heilsam.. heilig.. heiliger geist.. gnadevoll ausgehend von dem vater und dem sohne..

FISCH
die geschmackszellen die beim menschen auf der zunge sitzen.. können bei fischen über den ganzen körper vorhanden sein..
fische sind also schwimmende zungen..

bei der installation von trinkwasser verwendet man fische als testtiere.. um zu sehen ob das wasser gesund ist..

5. geruchsinn

5 GERUCHSINN – WASSERMANN
willenscharakter.. urteil gut/schlecht.. sich leer machen und füllen lassen (stofflich)

diese vier sinnesorgane (tastsinn.. lebenssinn.. eigenbewegungssinn.. gleichgewichts-sinn..) hat rudolf steiner die leiblichen oder physischen sinnesorgane genannt weil sie uns eine art wissen oder orientierung über unseren körper vermitteln..
auf ganz charakteristische art sind wir also mit diesen vier sinnesorganen an unseren körper gebunden..

wie gehen nun zu vier anderen sinnesorganen über; zu dem geruchssinn.. dem geschmacksinn.. dem sehsinn und dem wärmesinn.. diese nennen wir die seelischen sinnesorgane..

dies sind die sinnesorgane durch die der mensch sich mit der welt verbinden kann..
jetzt kommt der grosse kampf der menschlichen seele mit der welt..

wir alle können riechen und müssen uns die frage stellen wie das riechen eigentlich vor sich geht..

beim riechen müssen sie einatmen.. sie müssen etwas das da draussen ist wirklich in sich aufnehmen..
bei keinem anderen sinnesorgan hat man so deutlich das gefühl es gerade nicht mit einer grenze zu tun haben wie beim geruchssinn..

sie sind dazu gezwungen etwas zu riechen..
sie können es unterlassen etwas zu tasten aber sie können sich nicht dazu zwingen nichts zu riechen..

das ist das charakteristische phänomen des riechens..
das kommt davon dass sie an die atmung gebunden sind.. wenn ein duft vorhanden ist.. können sie sich ihm nicht entziehen..
ein duft überwältigt sie immer..

wenn sie etwas riechen.. haben sie das gefühl ein sack zu sein der sich ganz füllt.. nie haben sie eigentlich das gefühl dass sie einen duft nur in ihrer nase riechen..

wenn sie an einer rose riechen.. es kann auch ein unangenehmer geruch sein.. dann wird unausweichlich ihr ganzes wesen von dem geruch erfüllt.. das ist auch das betäubende daran.. sie verlieren gleichsam ihr waches bewusstsein..

auf der anderen seite ist das wunderbare an der menschlichen physiologie dass wir nicht lange riechen können..
charakteristisch für den menschen ist es also dass das betäubende.. das offenbar nicht zu ihm gehören darf.. durch das geruchsorgan immer wieder fortgewischt wird..

beim hund ist es völlig unbegreiflich wie gut er riechen kann.. wenn hier ein hund wäre dann würde er eine symphonie – auch in einer symphonie gibt es dissonanzen – von gerüchen wahrnehmen; sehr grosse intervalle.. wahrscheinlich gewaltige melodien.. gewaltige kompositionen..

ein wesentliches merkmal des menschen ist es dass die schleimhautoberfläche in der nasenhöhle mit der er riechen kann nur sehr klein und unentwickelt ist..

dies sind also die kürzesten nerven all unserer sinnesorgane..

vergleichen sie es einmal mit dem auge; der weg vom gehirn zum auge ist viel länger

das gebiet mit dem wir riechen ist nur 5 cm2 gross..
beim schäferhund 150 cm2..

wenn wir die riechzellen zählen kommen wir beim menschen auf 5 millionen..
beim hund auf 220 millionen..

ein hund kann demnach 44 mal besser riechen als der mensch..

das tier ist faktisch ganz und gar geruch..
sie wissen dass das tier unmittelbar mit der erde.. mit der welt verbunden ist.. und das organ durch das es so unmottelbat mit der welt verbunden ist.. das kst der geruch..
geruch = instinkt
der instinkt bedient sich speziell des geruchsorgnas..

wir machen unterschiede zwischen auditiven und visuellen menschen.. also ‚augenmenschen‘ und ‚ohrenmenschen‘.. aber es gibt keine ‚riechmenschen‘.. nur richtiere.. alle tiere sind riechtiere.. sogar ein huhn..
je niedriger ein tier entwickelt ist desto stärker ist es mit seinem instinkt an die umgebung gebunden..

bei den niederen tieren versteht die nase die ganze welt..
bei den höheren tieren wird die nase immer kleiner..
beim menschen schliesslich ist dieser instinkt verloren gegangen..stattdessen haben wir dieses prächtige organ.. das grosshirn..

spielt denn nun der instinkt beim menschlichen geruch überhaupt keine rolle mehr..?
aber sicher: er spielt sohar eine nicht zu unterschätzende rolle..

haben sie zum beispiel jemals darüber nachgedacht warum sie ein mehr oder weniger anständiger mensch geworden sind..?
das haben sie ihrer nase zu verdanken..

wir lernen was schmutzig ist und wir lernen was gut riecht..
daran sieht man das sinnvolle an gerüchen..
diese spezifische qualität der nase.. des riechens.. ist zum teil sehr unbewusst..

wir können eine anzahl geschmacksarten nennen: sauer.. bitter.. süss..
aber können wir ebenso eine anzahl an gerüchen nennen..?
das ist schwierig..! es ist ausserordentlich schwierig gerüche zu beschreiben.. wir müssen hilfsmittel gebrauchen um gerüche zu beschreiben.. aber benennen können wir gerüche nicht..

in der regel aber machen sie die grosse einteilung: etwas riecht gut oder etwas riecht schlecht.. und dies ist die wichtigste einstellung die aller hygiene zugrunde liegt..

aber die hygiene geht noch viel weiter.. und darauf beruht auch der instinkt des tieres..
sie ‚wissen‘ instinktiv was GUT oder SCHLECHT ist..
ihr überleben hängt davon ab..

das charakteristische des geruchs ist dass wir eine sache immer beurteilen müssen..
und das tun wir fortwährend in den tieferen psychischen schichten unseres wesens..

das ist doch eigentlich grandios zu lesen wie man früher wusste dass die moralität des menschen einen ganz bestimmten geruch ausströmt..
oder auch umgekehrt können sie sich das paradies nicht ohne die süssesten düfte vorstellen..

wir müssen also sehr dankbar für dieses organ sein.. denn darurch spüren wir den wert der dinge auf der erde..

über den zugangswert der gerüche entsteht eigentlich der moralische kontakt des menschen mit der welt..

dadurch dass geruch und instinkt so viel miteinander zu tun haben.. besteht auch ein starker zusammenhang zwischen geruch und triebleben beim menschen..
und doch können wir.. wie stark der geruch auch mit instinkten und triebleben zu tun hat.. gerade durch seinen moralischen aspekte unserer nase ’schulen‘ für das was gut oder böse ist..

nun müssen sie einmal bedenken wo das kleine stückchen schleimhaut mit dem sie riechen eignetlich sitzt.. es sitzt an einem ganz bestimmten platz des menschen in der nase..

warum sitzt es beim menschen gerade dort..?
einzig und allein der mensch hat eine nase.. um das erklären zu können muss ich noch etwas mehr über die nase erzählen..

sie wissen das die nase sehr menschlich is.. jeder hat eine charakteristische nase…. nichts am menschen ist so charakteristisch wie seine nase.. wir erkennen einander sofort an unseren nasen..
sie sehen das organ dem wir unsere moralische empfindung verdanken.. sitzt an einem ganz bestimmten platz..
es kann nur in der nase sitzen denn da ist der mensch erst wirklich mensch..
von der wiege bis zum grab verändert sich auch die form unserer nase gemeinsam mit unserer persönlichkeit..
die nase ist menschlich..

der geruch.. der geschmack.. das auge.. der wärmesinn.. das sind die vier sinnesorgane die ganz bestimmte urteile in der seele entwickeln..

das riechorgan entwickelt mit hilfe der ihm eigenen fähigkeiten des riechens die beurteilung von gut und böse..und die fähigkeit in der sich das abspielt nennen wir die bewusstseinsseele..

im augenblick leben wir im zeitalter der bewusstseinsseele.. astrologisch im fischezeitalter..
in diesem zeitalter hat jeder mensch in dem augenblick in dem er etwas erlebt.. den auftrag zu beurteilen.. ob es gut oder böse ist.. ob es moralisch ist..

das moralische urteilen entsteht nie bei der grossen masse; es ist etwas individuelles.. etwas.. für das jeder immer selbst veranwortung tragen muss..
kein mensch kann je sein eigenes gewissen beruhigen indem er sagt dass alle anderen es auch so machen.. das kann jeder an sich selbst erleben..

WASSERMANN
alles was in hinblick auf das riechorgan besprochen wurde hat etwas mit dem wassermann zu tun..
die nase ist menschlich – die nase ist der mensch..
die ganze evolution der menschheit ist in dieses organ eingeprägt: unsere evolution von instinktwesen.. natur verbundenen.. selbständig urteilenden wesen.. die um gut und böse beurteilen zu können ein neues organ bilden..

die zweiblättrige lotosblume..
dann wird der mensch dazu fähigbsein die erde zu bewässern.. zu retten..
der wassermann ist das bild des sich entwickelnden.. für die erde verantwortung tragende menschen..

SPRICHWÖRTER
eigenlob stinkt

niemand weiss warum eine eiszeit entsteht.. jetzt erleben wir das entgegengesetzte.. alles wird immer wärmer und wärmer.. das eis schmilzt immer mehr.. die gletscher werden immer kleiner und kleiner..
sie können sich wahrscheinlich vorstellen dass in der zukunft alles viel weicher.. wässriger und lebendiger werden wird..
wir werden einen spiegelungszustand von atlantis erleben.. natürlich wird der mensch nicht zu seiner alten gestalt zurückkehren.. es wird eine metamorphose davon sein..